Einführung einer ERP-Software
Die Einführung einer ERP-Software ist bei mittelständischen und größeren unternehmen ein komplexes Projekt und lässt sich grob in zwei Phasen unterteilen.
Umsetzungsphase
Dann wird entschieden, ob der prozess wie gehabt beibehalten oder verändert werden soll. In einem ersten Schritt werden alle Geschäftsprozesse des unternehmens analysiert.Die eigentliche Softwareeinführung unterliegt in der Regel ebenfalls der Projekthoheit des Anwenderunternehmens, wird jedoch in der Praxis oft vom Anbieterunternehmen oder einem Dienstleistungspartner des Anbieters geleitet, da hier oftmals entsprechend hohe Praxiserfahrung vorliegt. Erst wenn alle Geschäftsprozesse samt ihrer Schnittstellen innerhalb der Firma oder zu Lieferanten und Kunden modelliert sind, werden diese Geschäftsprozesse in der ERP-Software abgebildet. Nach einer Testphase startet dann der Echtbetrieb der ERP-Lösung.
Generell gilt
ohne vorherige Bedarfsermittlung eine komplexe unternehmensSoftware auszuwählen und sich an einen ERP-Anbieter zu binden, ohne einen detaillierten Dienstleistungsvertrag als Grundlage hierfür zu erstellen, in welchem geregelt ist, wer was zu leisten hat und welche Kosten hierfür dem Auftraggeber entstehen.Sowohl für die Einführung von lizenzgebundenen ERP-Systemen als auch für die Einführung von freien ERP-Systemen ist es sehr risikoreich, ohne Anforderungsprofil, d.h.
Funktionsbereiche einer ERP-Software
ERP-Systeme sollten weitgehend alle Geschäftsprozesse abbilden. Eine durchgehende Integration und eine Abkehr von Insellösungen führen zu einem re-zentralisierten System, in dem Ressourcen unternehmensweit verwaltet werden können.
Typische Funktionsbereiche einer ERP-Software sind.
- MaterialWirtschaft (Beschaffung, Lagerhaltung, Disposition, Bewertung),
- Produktion,
- Finanz- und Rechnungswesen,
- Controlling,
- PersonalWirtschaft,
- Forschung und Entwicklung,
- Verkauf und Marketing,
- Stammdatenverwaltung.
Zusätzlich stellen unterschiedliche Wirtschaftszweige teils sehr stark abweichende Anforderungen an ein ERP-System, somit bieten die meisten großen Anbieter Branchenlösungen an, deren Teilpakete speziell auf bestimmte Branchen zugeschnitten sind. So genannte KMU benötigen zum Beispiel oft keine integrierten Controlling- und Rechnungswesen-Module.Die Größe des unternehmens bestimmt oft den Bedarf an die oben aufgeführten Funktionsbereiche sowie das zur Verfügung stehende Investitionsvolumen für hardware, Lizenzen und Implementierung. Alternativ stehen die Lösungen der über 100 kleineren ERP/PPS-Anbieter im Deutschsprachigen Raum zur Verfügung, die oft nicht vollintegrativ sind, dafür aber in der Regel preislich deutlich niedriger anzusiedeln sind. Hinzu kommen derzeit auch immer mehr freie ERP-Systeme (siehe unten), die sich mit gewissen Einschränkungen insbesondere für kleinere Firmen und Neueinsteiger eignen.
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